Donnerstag, 18. Juli 2013

Neues zu wikingerzeitlichen Gusstiegeln

Schon vor einiger Zeit habe ich einen Post über die Gusstiegel der Wikingerzeit verfasst. In diesem vermutete ich, dass der zapfenartige Fortsatz der in Ribe gefunden Tiegel dem Bronzegießer als Haltegriff für die leichtere Entnahme aus dem Schmelzofen diente.

Dem ist NICHT so. Die Fortsätze der Originaltiegel sind in der Regel viel zu kurz und klobig, um als brauchbarer Griff zu dienen. Darüber hinaus wird ein Tiegel bei 1200 °C (übliche Gusstemperatur) weich, sodass ein solcher Griff sogar abbrechen kann.

Wozu dann also diese seltsame Tiegelform? Nun, die wikingerzeitlichen Tiegel bestandenhauptsächlich aus mit Schamotten und Sand gemagertem Ton, einer Mischung die zwar die hohen Temepraturen eines Gussofens durchaus aushalten kann, aber nicht auf lange Zeit. Die Zapfen dienen dazu, die Tiegelwand an der heißesten Stelle des Ofens, nämlich da, wo die Luftdüse sitzt, vor dem Durchschmelzen zu schützen. Desweiteren hilft die Form dabei, die an der Düse entstehende Hitze gleichmäßig um den Tiegel herum zu transportieren.

Und weil es gerade so passend ist, eine kleine Übersicht wikingerzeitlicher Tiegelfunde:








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